Infrarot-Messung bei der Lauschabwehr
Optische Übertragungswege gehören zu den speziellen Verfahren, die bei einer professionellen technischen Untersuchung berücksichtigt werden können. Die Infrarot-Messung richtet sich dabei auf Signale, die mit geeigneter Messtechnik erfasst werden können.
Wenn eine Überwachung über Licht erfolgt
Die technische Lauschabwehr betrachtet verschiedene Wege, über die Informationen aus einem Raum nach aussen gelangen können. Bei einer optischen Übertragung übernimmt Licht diese Funktion.
Für eine solche Übertragung können Fensterflächen von besonderem Interesse sein. Schall aus einem Raum kann sehr kleine Bewegungen an einer Fensterscheibe oder einem Fensterrahmen hervorrufen. Unter geeigneten Bedingungen lassen sich solche Bewegungen von aussen optisch erfassen.
Eine Infrarot-Messung untersucht deshalb einen speziellen technischen Bereich, der mit klassischen Funkmessungen allein nicht abgedeckt wird.
Drei Elemente bilden den möglichen Übertragungsweg
Bei einer laser- oder infrarotgestützten Überwachung greifen mehrere technische Vorgänge ineinander. Für die Lauschabwehr ist das Zusammenspiel dieser Vorgänge relevant.
Sprache versetzt Flächen in Bewegung
Gespräche erzeugen Schallwellen. Diese können sich auf Fensterscheiben oder Rahmen übertragen und dort sehr kleine mechanische Bewegungen hervorrufen.
Ein Lichtsignal erfasst die Bewegung
Ein von aussen gerichtetes optisches Signal kann auf eine geeignete Oberfläche treffen. Die Reflexion verändert sich entsprechend der Bewegung der Fläche.
Die Veränderung wird technisch ausgewertet
Unter geeigneten Voraussetzungen kann die Modulation des reflektierten Signals Informationen über das ursprüngliche Schallsignal enthalten.

Fensterflächen werden gezielt überprüft
Bei der Untersuchung werden die relevanten Fensterflächen von innen mit spezieller IR- und Laserdetektion geprüft. Dabei richtet sich die Messung auf mögliche optische Übertragungswege in Richtung des Raumes.
Zum Einsatz können IR-Dioden-Detektoren, eine IR-Sonde und Verstärker kommen. IR-empfindliche Optiken können weitere Hinweise auf entsprechende Aktivitäten liefern.
Die technische Messung ergänzt die visuelle Kontrolle. Ein innerhalb des Raumes installierter Sender gehört deshalb in einen anderen Prüfschritt.
Welche Bereiche werden untersucht?
Für die technische Prüfung werden mehrere Bereiche des infraroten Spektrums berücksichtigt. Sie werden auch als optische Fenster bezeichnet.
So läuft die Infrarot-Prüfung ab
Die IR-Messung wird in den technischen Sicherheitscheck eingebunden. Der Ablauf richtet sich nach den räumlichen Gegebenheiten und der konkreten Verdachtslage.
Fenster erfassen
Die vorhandenen Fensterflächen und relevanten Glasbereiche werden zunächst betrachtet.
Messgeräte ausrichten
Die IR- und Laserdetektion wird auf die möglichen optischen Übertragungsrichtungen ausgerichtet.
Signale untersuchen
Auffällige Aktivitäten werden mit geeigneter Technik erfasst und technisch bewertet.
Befund einordnen
Die Messergebnisse werden gemeinsam mit den übrigen Feststellungen der Untersuchung betrachtet.
Die Umgebung des Objekts gehört zur technischen Bewertung
Bei optischen Übertragungsverfahren kann die Lage des untersuchten Raumes eine Rolle spielen. Eine direkte Sichtverbindung zu einem gegenüberliegenden Gebäude kann beispielsweise eine technische Voraussetzung für bestimmte Verfahren schaffen.
Auch die Höhe der Fenster, die Entfernung und die freie Sicht auf die betreffende Fläche gehören deshalb zur Beurteilung der Situation.
Worauf wir dabei achten
- Fensterflächen und Glasfronten
- freie Sichtverbindungen nach aussen
- gegenüberliegende Gebäude
- Position und Höhe relevanter Fenster
- weitere bauliche Besonderheiten
Aussagekraft der Infrarot-Messung
Eine optische Überwachung lässt sich über eine Messung nur dann erfassen, wenn zum Untersuchungszeitpunkt ein entsprechendes optisches Signal vorhanden ist. Ein unauffälliges Messergebnis beschreibt daher die Situation während der Prüfung. Für eine umfassende Bewertung wird die IR-Messung mit weiteren technischen und visuellen Untersuchungen verbunden.
Ein spezieller Prüfschritt für einen speziellen Übertragungsweg
Die Infrarot-Messung verfolgt einen klar abgegrenzten technischen Ansatz. Andere mögliche Übertragungswege erfordern eigene Untersuchungsmethoden.
Bei einem konkreten Verdacht
Wenn Hinweise auf eine optische Überwachung vorliegen, kann die IR-Messung gezielt in die Untersuchung aufgenommen werden.
Als Bestandteil eines Sicherheitschecks
Bei einer umfassenden technischen Untersuchung kann die Prüfung optischer Übertragungswege einen eigenen Untersuchungsbaustein bilden.
Bei grossen Fensterflächen
Grossflächige Verglasungen und gut einsehbare Fenster können bei der Bewertung optischer Übertragungswege besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Bei direkter Sichtverbindung
Gegenüberliegende Gebäude oder andere geeignete Positionen ausserhalb des Objekts werden bei der technischen Bewertung berücksichtigt.
Fragen zur Infrarot-Messung
Was ist eine Infrarot-Messung bei der Lauschabwehr?
Warum werden Fensterflächen untersucht?
Kann man Infrarotlicht mit dem Auge sehen?
Welche Wellenlängen werden bei der Prüfung berücksichtigt?
Kann eine IR-Messung einen optischen Lauschangriff ausschliessen?
Wird bei der Untersuchung nur die Fensterscheibe betrachtet?
Reicht eine Infrarot-Messung für eine vollständige Lauschabwehr?
Kann eine Wohnung auf optische Übertragungswege untersucht werden?
Weitere Informationen zur technischen Lauschabwehr
Sie vermuten eine optische Überwachung?
Schildern Sie uns kurz die räumliche Situation und den Anlass Ihres Verdachts. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche technischen Untersuchungsmethoden für das Objekt sinnvoll sind.

