RF Funkanalyse innerhalb der technischen Lauschabwehr

Hochfrequenz-Differenzmessung: Funkquellen im Prüfbereich technisch einordnen

Ein moderner Raum enthält zahlreiche Funkübertragungen. WLAN, Mobilfunk, Bluetooth, drahtlose Präsentationstechnik, Sensoren und weitere Systeme teilen sich die elektromagnetische Umgebung. Bei der Hochfrequenzanalyse werden diese Aussendungen erfasst, miteinander verglichen und bei auffälligem Verhalten bis zu ihrer möglichen Quelle weiter untersucht.

Die Differenzmessung liefert dafür mehrere Blickwinkel auf dasselbe Signal. Messposition, Pegel, Frequenzlage, Bandbreite und zeitliches Verhalten ergeben zusammen ein technisches Profil. Dieses Profil hilft dabei, reguläre Funktechnik von ungeklärten Emissionen zu trennen und interessante Signale gezielt zu vertiefen.

Funkumgebung erfassen Empfangbare Aussendungen werden als technische Ausgangslage aufgenommen.
Messzustände vergleichen Räumliche und zeitliche Unterschiede helfen bei der Einordnung einzelner Signale.
Quelle eingrenzen Auffällige Emissionen werden durch weitere Messpunkte und technische Prüfungen lokalisiert.
Mit anderen Verfahren verbinden RF-Ergebnisse fliessen gemeinsam mit physischer Prüfung, NLJD und weiteren Methoden in den Befund ein.
AUTOR
Jochen Meismann Geschäftsführer der A Plus Detective GmbH, seit über 40 Jahren als Detektiv tätig
TECHNISCHE PRÜFUNG
V. Oberst Experte für Abhörschutz und ehemaliger Sachgebietsleiter Lauschabwehr eines deutschen Nachrichtendienstes
Mehr als eine Frequenz

Jede relevante Aussendung besitzt ein eigenes technisches Signalprofil

Ein Funksignal wird während eines TSCM-Sweeps aus mehreren Perspektiven betrachtet. Frequenzlage allein liefert nur einen Teil der Information. Erst zusammen mit Pegel, Bandbreite, Zeitverhalten und räumlicher Entwicklung entsteht ein Profil, das sich technisch weiterverfolgen lässt.

In einer dicht belegten Funkumgebung können viele legitime Systeme dieselben allgemein verfügbaren Übertragungsbereiche nutzen wie kleine elektronische Geräte. Eine starre Liste vermeintlicher Spezialfrequenzen liefert deshalb wenig Orientierung.

Aussagekräftiger ist das Verhalten eines Signals innerhalb des konkreten Objekts. Wo tritt es auf? Wie verändert sich sein Pegel bei einem Ortswechsel? Bleibt es konstant, erscheint es in Intervallen oder nur unter bestimmten Betriebsbedingungen? Diese Merkmale schaffen die Grundlage für die weitere Prüfung.

FREQ Frequenzlage In welchem Bereich befindet sich die beobachtete Aussendung?
BW Bandbreite Welche spektrale Breite und Signalform zeigt die Übertragung?
LEVEL Pegel Wie stark wird das Signal an unterschiedlichen Messpositionen empfangen?
TIME Zeitverhalten Sendet die Quelle dauerhaft, periodisch, kurzzeitig oder ereignisabhängig?
SPACE Räumliches Verhalten Wie verändert sich die Signalstärke beim Bewegen durch den Prüfbereich?
Erst verstehen, dann bewerten

Am Anfang steht ein Bild der vorhandenen Funklandschaft

Bevor einzelne Signale vertieft untersucht werden, muss bekannt sein, welche Funkaktivität innerhalb des Objekts regulär vorhanden ist.

Analyse eines einzelnen Funksignals während einer technischen Lauschabwehr
Auffällige Aussendungen werden aus der gesamten Funklandschaft herausgelöst und separat untersucht.
01
Vorhandene Funktechnik erfassenRouter, Access Points, Telefone, Präsentationstechnik und weitere bekannte Systeme schaffen einen ersten Referenzrahmen.
02
Spektrum beobachtenAuftretende Aussendungen werden hinsichtlich Lage, Pegel und Signalverhalten betrachtet.
03
Bekannte Quellen zuordnenReguläre Funkgeräte werden soweit möglich mit ihren sichtbaren beziehungsweise bekannten Systemen verbunden.
04
Ungeklärte Signale markierenAussendungen mit auffälligem räumlichen oder zeitlichen Verhalten erhalten eine vertiefte Analyse.
Unterschiede sichtbar machen

Was bedeutet Differenzmessung bei der Hochfrequenzanalyse?

Vergleichswerte helfen dabei, die räumliche und zeitliche Herkunft einer Aussendung besser einzugrenzen. Je nach Objekt werden dafür verschiedene Messzustände gegenübergestellt.

POSITION Vergleich verschiedener Messpunkte

Ein Signal wird an mehreren Positionen betrachtet. Seine Pegelentwicklung kann Hinweise darauf liefern, in welchem Bereich sich die Quelle befindet.

ZEIT Vergleich verschiedener Zeitabschnitte

Kurz auftretende, periodische oder wechselnde Aussendungen werden über ihr zeitliches Muster erfasst und voneinander getrennt.

BETRIEBSZUSTAND Bekannte Systeme als Referenz

Soweit betrieblich möglich, können bekannte Funkgeräte kontrolliert ihrem Signal zugeordnet werden. Dadurch wird die verbleibende Funklandschaft übersichtlicher.

RAUMBEZUG Prüfbereich und Referenzbereiche vergleichen

Zusätzliche Messpositionen ausserhalb des unmittelbaren Prüfbereichs können zeigen, wie sich eine Aussendung räumlich über das Objekt verteilt.

Vom Signal zur Fragestellung

Fünf technische Fragen helfen bei der Einordnung einer Funkquelle

Der Spektrumanalysator zeigt eine Aussendung. Für den weiteren Prüfweg wird daraus Schritt für Schritt eine technische Beschreibung.

Merkmal
Was wird untersucht?
Warum ist das relevant?
Wo liegt das Signal?
Frequenzlage und spektrale Umgebung werden bestimmt.
Der verwendete Funkbereich liefert erste technische Anhaltspunkte.
Wie sieht es aus?
Bandbreite, Signalstruktur und erkennbare Veränderungen werden betrachtet.
Unterschiedliche Übertragungsverfahren erzeugen verschiedene spektrale Merkmale.
Wann tritt es auf?
Kontinuierliche, periodische und kurzzeitige Aktivität wird zeitlich eingeordnet.
Das Sendemuster kann für die spätere Quellensuche sehr hilfreich sein.
Wo wird es stärker?
Pegeländerungen werden an verschiedenen Positionen miteinander verglichen.
Der räumliche Verlauf unterstützt die Lokalisierung.
Welche Quelle passt dazu?
Messdaten werden mit bekannter Kommunikationstechnik und lokalisierten Geräten abgeglichen.
Der reale Sender bildet die Grundlage der technischen Bewertung.
Funkaktivität verändert sich

Eine zeitliche Spektrumsicht macht kurz auftretende Aussendungen sichtbar

Zeitliche Spektrumanalyse von Hochfrequenzsignalen bei einer Lauschabwehr
Die Beobachtung über mehrere Messzustände zeigt auch Signale, die nur zeitweise erscheinen.

Ein Momentbild erzählt nur einen Teil der Funkgeschichte

Manche Geräte senden kontinuierlich. Andere erzeugen kurze Datenpakete, wechseln ihren Betriebszustand oder melden sich in bestimmten Intervallen bei einem Kommunikationssystem.

Eine zeitliche Darstellung des Spektrums hilft dabei, solche Ereignisse voneinander zu unterscheiden und interessante Aussendungen für eine spätere Detailanalyse festzuhalten.

Kurze Signalereignisse Einzelne Übertragungen können im zeitlichen Verlauf sichtbar bleiben.
Periodische Aktivität Wiederkehrende Aussendungen lassen sich als Muster erkennen.
Wechselnder Betriebszustand Veränderungen einer Funkquelle können mit anderen Beobachtungen im Prüfbereich abgeglichen werden.
Moderne Räume funken

Viele auffällige Messwerte besitzen eine reguläre technische Ursache

Der Prüfbereich wird deshalb als komplette Funkumgebung betrachtet. Zahlreiche Systeme erzeugen legitime Aussendungen, teilweise in unmittelbarer Nähe sensibler Gesprächsbereiche.

WLAN Netzwerk und Access Points

Unternehmensnetzwerke, Router, Repeater und drahtlose Endgeräte erzeugen eine intensive Funkbelegung.

CELL Mobilfunk

Smartphones, Mobilfunkversorgung und andere zellulare Geräte tragen zur lokalen HF-Umgebung bei.

BLE Bluetooth und BLE

Headsets, Eingabegeräte, Beacons, Sensoren und weitere Kleingeräte können kurze Funkereignisse erzeugen.

AV Konferenz- und Medientechnik

Präsentationssysteme, drahtlose Mikrofone und audiovisuelle Technik besitzen eigene Kommunikationswege.

IOT Sensorik und IoT

Gebäudeautomation, Sensoren und intelligente Geräte können periodische oder ereignisabhängige Aussendungen verursachen.

EXT Funkquellen aus der Umgebung

Benachbarte Netze, öffentliche Infrastruktur und externe Sender können im untersuchten Raum ebenfalls empfangen werden.

Vom Spektrum in den Raum

So wird aus einer auffälligen Emission eine konkrete Funkquelle

01 Erfassen Ein interessantes Signal wird im Spektrum festgestellt.
02 Profilieren Frequenz, Pegel, Bandbreite und Zeitverhalten werden beschrieben.
03 Vergleichen Mehrere Messpositionen zeigen die räumliche Entwicklung.
04 Eingrenzen Der Bereich mit dem stärksten Bezug zur Emission wird bestimmt.
05 Prüfen Sichtbare und verborgene Technik im betreffenden Bereich wird untersucht.
06 Zuordnen Die reale technische Quelle wird mit den Messdaten verbunden.
Detailansicht eines Signals

Einzelsenderanalyse beginnt dort, wo ein Signal weitere Fragen aufwirft

Der Gesamtüberblick wird auf einen einzelnen Träger verdichtet

Sobald eine Aussendung vertieft untersucht werden soll, richtet sich die Analyse auf ihre konkreten Eigenschaften. Dazu gehören ihre zeitliche Aktivität, Signalstruktur, Pegelentwicklung und räumliche Zuordnung.

Auch scheinbar kleine Veränderungen können Informationen liefern. Ein Signal kann beispielsweise nur in einem bestimmten Bereich stark empfangen werden oder in klar erkennbaren Intervallen auftauchen.

Ziel ist die Verbindung zwischen elektromagnetischer Messung und einer realen technischen Quelle im oder ausserhalb des Prüfbereichs.

Signal beobachten Verhalten und Wiederholungsmuster werden erfasst.
Räumlich verfolgen Pegeländerungen unterstützen die Eingrenzung der Quelle.
Bekannte Technik abgleichen Reguläre Geräte und Systeme werden als mögliche Ursache geprüft.
Fundstelle technisch untersuchen Bei lokalem Bezug können weitere TSCM-Verfahren direkt an der betreffenden Stelle ansetzen.
Aussagekraft des Verfahrens

Hochfrequenzanalyse untersucht Funkaktivität während des Sweeps

RF-SICHTBAR Aktive Funkübertragungen hinterlassen messbare elektromagnetische Spuren

Eine Quelle, die während der Untersuchung sendet, kann im Spektrum erscheinen. Signalprofil und räumliche Pegeländerung liefern anschliessend Ansätze zur weiteren Prüfung.

Auch kurzzeitige Übertragungen können durch die zeitliche Beobachtung des Spektrums erfasst werden, sofern sie innerhalb des Untersuchungszeitraums auftreten.

ANDERE PRÜFPFADE Funkstille Elektronik benötigt ergänzende Verfahren

Lokal speichernde Recorder können ohne laufende Funkübertragung arbeiten. Auch elektronische Geräte im Ruhemodus können während einzelner Phasen ohne relevante Aussendung bleiben.

Physische Inspektion, Non-Linear Junction Detection, Thermografie und weitere Methoden erweitern den Sweep deshalb auf andere technische Eigenschaften.

Messwerte zusammenführen

Die Funkanalyse gewinnt durch den Cross-Check mit anderen Verfahren

Eine lokal eingegrenzte Aussendung schafft einen konkreten Prüfbereich. Dort können weitere TSCM-Verfahren eine zweite technische Perspektive liefern.

RF + physische Inspektion Der eingegrenzte Bereich wird auf reale Geräte, Leitungen und zusätzliche Komponenten untersucht.
RF + NLJD Elektronische Halbleiterstrukturen können an einer technisch interessanten Stelle zusätzlich geprüft werden.
RF + Thermografie Wärmeentwicklung kann bei geeigneten elektronischen Quellen einen weiteren Hinweis liefern.
RF + Kamerasuche Bei verdächtiger Funkaktivität in einem optisch relevanten Bereich kann gezielt nach Bildtechnik gesucht werden.
Vom Messwert zum Befund

Dokumentiert wird die technische Einordnung relevanter Funkaktivitäten

Ein Spektrum enthält viele Signale. Der Bericht konzentriert sich auf die relevanten Feststellungen.

Für die spätere Nachvollziehbarkeit können auffällige Emissionen mit Frequenzlage, zeitlichem Verhalten, räumlichem Bezug und festgestellter Quelle dokumentiert werden.

Damit entsteht aus einer abstrakten Spektrumanzeige eine technisch nachvollziehbare Feststellung zum untersuchten Objekt.

Signalmerkmal Relevante Eigenschaften der Aussendung.
Messposition Räumlicher Bezug innerhalb des untersuchten Bereichs.
Quellenzuordnung Erkannte oder technisch eingegrenzte Ursache des Signals.
Weitere Prüfung Ergebnisse ergänzender technischer Verfahren.
Teil der gesamten TSCM-Prüfung

Weitere Verfahren ergänzen die Hochfrequenzanalyse

Funkanalyse beschreibt einen Übertragungsweg. Der komplette Sweep untersucht zusätzliche technische Eigenschaften und verbindet die Ergebnisse miteinander.

Physikalische Inspektion Verborgene Einbauten, Hohlräume und Installationswege werden physisch erschlossen und untersucht. Physische Inspektion ansehen
Non-Linear Junction Detector Das Verfahren erweitert die Suche auf elektronische Halbleiterstrukturen. NLJD-Verfahren ansehen
Ablauf der Lauschabwehr Alle Prüfphasen von der Vorbereitung über die Messungen bis zur technischen Dokumentation. Gesamtablauf ansehen
Kundenbewertungen

Erfahrungen mit unserer technischen Lauschabwehr

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Hochfrequenzanalyse bei der Lauschabwehr

Was wird bei einer Hochfrequenzanalyse untersucht?
Die Techniker untersuchen empfangbare Funkaktivitäten im Prüfbereich. Frequenzlage, Bandbreite, Pegel, zeitliches Verhalten und räumliche Signalentwicklung helfen bei der technischen Einordnung einzelner Aussendungen.
Was bedeutet Hochfrequenz-Differenzmessung?
Dabei werden verschiedene Messzustände miteinander verglichen. Dazu können unterschiedliche Positionen, Zeitabschnitte, Referenzbereiche und bekannte Betriebszustände technischer Geräte gehören. Auffällige Unterschiede werden anschliessend weiter untersucht.
Bedeutet ein starkes Funksignal automatisch Abhörtechnik?
Ein hoher Signalpegel bildet zunächst eine technische Messauffälligkeit. Router, Smartphones, Access Points, Sensoren und weitere reguläre Geräte können ebenfalls starke Signale erzeugen. Die Quelle und ihre Funktion werden deshalb weiter geprüft.
Warum werden Signale an mehreren Positionen gemessen?
Der Pegel einer Funkquelle verändert sich mit Position, Entfernung, Gebäudestruktur und Ausbreitungsbedingungen. Mehrere Messpunkte liefern deshalb zusätzliche Informationen zur räumlichen Eingrenzung einer Quelle.
Was bringt die zeitliche Beobachtung des Frequenzspektrums?
Sie kann kurzzeitige, periodische oder wechselnde Funkaktivitäten sichtbar machen. Dadurch lassen sich Signale erfassen, die in einem einzelnen Momentbild des Spektrums nur schwer einzuordnen wären.
Was ist eine Einzelsenderanalyse?
Dabei wird eine ausgewählte Aussendung vertieft untersucht. Signalstruktur, Pegelentwicklung, zeitliches Verhalten und räumlicher Bezug werden genutzt, um die mögliche Quelle genauer einzugrenzen.
Werden WLAN und Bluetooth bei der Funkanalyse berücksichtigt?
Ja. WLAN, Bluetooth, BLE und weitere digitale Funkverfahren gehören zur modernen elektromagnetischen Umgebung eines Gebäudes. Bekannte Systeme werden soweit möglich ihrer technischen Quelle zugeordnet.
Wie werden kurz sendende Geräte berücksichtigt?
Die zeitliche Beobachtung des Spektrums kann kurz auftretende Aussendungen und wiederkehrende Signalereignisse erfassen, sofern diese während der Untersuchung aktiv werden.
Wie werden funkstille elektronische Geräte geprüft?
Funkstille Technik wird über andere Eigenschaften untersucht. Dazu können physische Inspektion, Non-Linear Junction Detection, Thermografie und weitere TSCM-Verfahren gehören.
Was geschieht mit einer ungeklärten Funkquelle?
Das Signal wird technisch profiliert, räumlich eingegrenzt und mit bekannten Geräten beziehungsweise Installationen abgeglichen. Am lokalisierten Bereich können weitere Untersuchungsverfahren eingesetzt werden.
Vertrauliche Anfrage

Professionelle Lauschabwehr anfragen

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